Keiner schlief beim Neujahrskonzert

„Nessun dorma“, „Keiner schlafe!“ heißt es in der Arie des Prinzen Kalaf aus der Oper Turandot von Giacomo Puccini. Und es schlief auch niemand beim Neujahrkonzert 2019 in Kelsterbach. Die 28. Auflage seit 1991 überzeugte, und die rund 380 Besucher im Fritz-Treutel-Haus bekamen beste Unterhaltung geboten, organisiert vom Kulturamt der Stadt unter Leitung vom Robin Schmalz. Das aus 34 Solisten bestehende Johann-Strauß-Orchester Frankfurt unter der Leitung von Witolf Werner machte Freunde; im ersten Teil mit dem klassischen Wiener Neujahrsrepertoire, im zweiten Teil nach der Pause mit beschwingten Melodien quer Beet. „Von allem etwas, von allem das Beste“, das traf es denn auch. Ein vorzüglicher Abend, charmant moderiert Rainer Zagovec. Exzellent waren auch die gesanglichen Darbietungen der beiden deutschen Solisten Katja Bördner (Sopran) und Manfred Fink (Tenor). „Schenkt man sich Rosen in Tirol“ als Duett aus Carl Zellers „Vogelhändler“ und „Tanzen möchte‘ ich“ aus der Csardasfürstin waren ein Genuss. Sehr stimmgewaltig intonierte Manfred Fink das „Nessun Dorma“, und das ergriffene Auditorium verdrückte heimlich eine kleine Träne. Katja Bördner hatte ihren Auftritt mit „Don’t cry form me Argentina“ aus Andrew Llloyd Webbers „Evita“.

Das Strauß-Orchester machte heuer seinen Auftakt zur Neujahrtour in Kelsterbach.  Von Johann Strauß über Franz Lehar zu Nico Dostal, den Preußen Paul Linke hin zu Henry Mancini, Giacomo Puccini und Leonhard Bernstein, jeder Zuhörer bekam sein persönliches Schmankerl. Dass das Kelsterbacher Publikum genießend und dankbar ist, bewies der Applaus schon weit vor der Zugabe. „Unter Donner und Blitz“ sowie mit dem „Radetzkymarsch“ endete ein vergnüglicher Abend. Für den Gastgeber bedankte sich der Erste Stadtrat Kurt Linnert bei allen Akteuren. Bürgermeister Manfred Ockel und die Stadtverordnetenvorsteherin Helga Oehne luden die Kelsterbacher zum städtischen Neujahrsempfang am 27. Januar ab 14 Uhr in das Fritz-Treutel-Haus ein.

 

Das Johann-Strauß-Orchester Frankfurt besteht seit 1986. Die Stammbesetzung von 34 Musikerinnen und Musikern setzt sich zusammen aus Mitgliedern des ehemaligen Rundfunkorchesters des hr und aus Mitgliedern des Frankfurter Museumsorchesters sowie des Hessischen Staatsorchesters Wiesbaden und Darmstadt. Vorbild des Orchesters ist das Wiener Johann-Strauß-Orchester, insbesondere aus der Zeit mit Willy Boskovsky. Die heutige Literatur des Orchesters reicht weit über die Polka- und Walzermelodien der Goldenen und Silbernen Wiener Operettenära hinaus und umfasst auch die Tonfilmmelodien der letzten Jahrzehnte, nicht zuletzt die aus dem Musikleben nicht mehr wegzudenkenden Welterfolge aus dem Musicalbereich. (hb)