Neujahrsempfang informiert und unterhält

 

 

Eigentlich nie gänzlich aus der Mode gekommen, jedoch in Kelsterbach von der Veranstaltungsbildfläche verschwunden sind Neujahrsempfänge. Fast genau vor 20 Jahren lud die Stadt letztmalig ein, die Tradition erfuhr vergangen Sonntag im Fritz-Treutel-Haus eine Renaissance. Nicht nur beschränkt auf Wortbeiträge erlebten die Besucher einen abwechslungsreichen Nachmittag, der, wie in der Pause zu bemerken, Anregungen für Gespräche bildete.

 

Abseits vom formalen Sitzungsalltag eine alte Tradition wiederaufnehmend, beschrieb Bürgermeister Manfred Ockel die Intension, wieder einen Neujahrsempfang in die Veranstaltungsplanung aufzunehmen. Die Wertigkeit des Anlasses spiegelte sich in der Gästeliste wieder. Häufig und gern in Kelsterbach zu Gast sind die beiden Landtagsabgeordneten Sabine Bächle-Scholz (CDU) und Kerstin Geis (SPD). Zu ihnen gesellte sich der Raunheime Bürgermeister Thomas Jühe. Den weiten Weg nach Kelsterbach nicht gescheut hatten Josef Ergand, Bürgermeister der Partnerstadt Baugé und Driss Mameri, einer der wichtigsten Repräsentanten der Jumelage. Einer freundlichen Begrüßung sicher sein durften sich Gäste und Ehrengäste in Person der Stadtverordneten Helga Oehne, die prosaisch eröffnete mit der Aussage „mögen Zuversicht und Kraft sie in das neue Jahr begleiten“. Zum Thema Wünsche unterschied Oehne zwischen persönlichen, die ihre Arbeit als Parlamentschefin betreffen und privaten. In diesem Zusammenhang rief sie zur mehr Anteilnahme der Bürgerinnen und Bürger am politischen Geschehen auf. „Wir ehrenamtlich Tätigen benötigen die Anregungen aus den Reihen der Bevölkerung, um uns entsprechend für deren Belange einsetzen zu können, präzisierte sie ihr Anliegen. In einer Zeit wo es dem Land Hessen nicht nur wegen der geringen Arbeitslosenquote so gut gehe wie nie, stellten sich auf kommunaler Ebene wichtige Aufgaben. Oehne führte als Beispiel die rasante Stadtentwicklung und den Zuzug vieler Neubürger auf. Die ermutigte sie, sich in das Leben in Kelsterbach zu integrieren und die reichhalten Angebote, beispielsweise Räumlichkeiten und Vereinsvielfalt, in Kelsterbach zu nutzen. Ihr Ausblick in Richtung Gewerbeansiedlungen als Haupteinnahmequelle einer Stadt diente als Vorlage für die Präsentation von Bürgermeister Manfred Ockel. Das Stadtoberhaupt berichtete geordnet nach Themenblöcken über sämtliche Fakten rund um das aktuelle Stadtgeschehen. Was auf Großleinwand mittels Zahlen, Daten, Fakten und vielen Bildern zu sehen war, wird in der nächsten Ausgabe von Kelsterbach Aktuell zu lesen sein.

 

Ein beschwingt musikalischer Neujahrsempfang

 

Aufgelockert dank musikalischer Unterhaltung bestand nicht der Eindruck, dass der Empfang knapp drei Stunden gedauert hatte. Interessierte Bürger, Vertreter aus der Welt des Handels, der Vereine und Politik freuten sich über einen prickelnden Auftakt in Form eines Gläschens Sekt.  Den Auftakt machte der Chor „Uri“, der sich als Bestandteil der koreanischen Gemeinde Frankfurt bei zahlreichen Auftritten einen Namen gemacht hatte. Auch an diesem Tag präsentierten sich die Künstler professionell und zeigten bei zwei Vorträgen ihr großes Potenzial. Dem verdienten Brot des Künstlers als würdig erwiesen sich die Musikerinnen und Musiker des Orchesters der Kelsterbacher Musikschule. Ehemalige und aktive Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler zeigten gemeinsam, dass im doppischen Haushaltsplan der Stadtverwaltung Musiklehre kein Nischenprodukt ist. Besondern Anklang fanden zwei beeindruckende Soli. Cello-Lehrerin Katharina Büstgens und Gesanglehrerin Gunda Baumgärtner stellen beeindruckend unter Beweis, dass sie Meisterinnen ihres Fachs sind und es um ihre Schüler gut bestellt sein dürfte. In drei Blöcken begeisterte das Ensemble mit einem bunten Strauß bekannter Melodien unter der bewährten Leitung von Karl –Ernst Eschborn. Dass der langjährige Leiter der Musikschule nach seiner aktiven Dienstzeit noch hin und wieder zur Verfügung steht, gereichte vergangenen Sonntag der Veranstaltung hörbar zum Vorteil. Der Erste Stadtrat Kurt Linnert sprach augenzwinkernd vom Kelsterbacher Johann-Strauß-Orchester und sprach eine Empfehlung in Richtung sämtlicher Altersklassen aus, nochmal Unterricht zu nehmen. Das Schlusswort nutzte der bekannte Kommunalpolitiker, um den Nachmittag Revue passieren zu lassen. Gehört und gesehen wurde Interessantes, so das stellvertretende Stadtoberhaupt und verband damit den Wunsch, dass nützliche Informationen ihre Adressaten erreichten. Linnert unterstrich und würdigte, dass ehrenamtlich viel gemacht werde, das verdiene Anerkennung. Als etwas schade bezeichnete er den Umstand, dass die Veranstaltung doch besser hätte besucht sein können. Dennoch sei davon auszugehen, dass der Neujahrsempfang in seinem neuen Gewand von den Anwesenden gut angenommen wurde und eine Fortsetzung verdiene. (Ts/Fotos: hb)