Modernste Technik im neuen Umspannwerk verbaut

Am vergangenen Montag besichtigten die Mitglieder des Ausschusses für Bauen, Planung und Umweltschutz die neue Umspannanlage mit ihrer hoch modernen Technik in der Flughafenstraße. Die alte Anlage aus dem Jahre 1928 umfasste eine Fläche von etwa zehn Hektar und musste auf Grund des Baues der neuen Landebahn am Frankfurter Flughafen von ihrem ursprünglichem Platz weichen und durch eine wenige Meter entfernte nur noch rund ein Hektar große Anlage ersetzt werden. Erstellt wurde die Anlage von der Firma Amprion, der Süwag Netzservice GmbH obliegt die Betriebsführung dieser modernen Anlage. Der Leiter der Primärtechnik von der Süwag, Mario Glaser und Stefan Becker von der Amprion präsentierten den Ausschussmitgliedern die Anlage, die zu den wichtigsten Netzknoten in den deutschen 220 Kilovolt (kV) Netzen und mit Abstand einer der wichtigsten Einspeisepunkte in die verschiedenen 110 kV-Netzgruppen des Rhein-Main Gebietes gehört.  Sie berichteten, dass für den Umbau der Anlage beim laufenden Betrieb unter Einhaltung der vollen Versorgungssicherheit, von den Verantwortlichen zur Bewältigung dieser komplexen Aufgabe gewaltige Anstrengungen nötig waren. Nachdem im Oktober 2004 mit der Räumung des Baufeldes begonnen wurde, gab es im Januar 2005 den Startschuss für die Tiefbauarbeiten. Für den Abtransport von insgesamt 70.000 Tonnen Erdreich, der durch die bestehende Anlage mit LKW´s erfolgte, wurde eine Transportstraße durch die 220 kV-Schaltanlage errichtet. Anschließend an die Fertigstellung der Anlagengebäude und Tiefbauarbeiten im November 2005 wurden im Januar 2006 gleichzeitig mit der Aufstellung einiger Bauprovisoren in der Altanlage und mit der Errichtung der neuen 110 kV Anlage begonnen. Zur Einbindung der im August 2006 fertiggestellten neuen 380 kV Schaltanlage in das Netz mussten insgesamt 15 Kilometer Leerrohrtrassen quer durch die noch in Betrieb befindliche alte Anlage geführt werden. Nach dem Bestücken der Leerrohre mit den 110 kV und 380 kV-Kabel im Februar 2007 stand einer schrittweisen Inbetriebnahme der Anlage nichts mehr im Wege. Glaser berichtete, dass für die Anbindung der Anlage weltweit erstmalig eine gasisolierte Leitung (GIL) mit je 960 Meter Länge direkt in die Erde gelegt wurde. Aber auch sonst, sagte Glaser, sei dieses Projekt außergewöhnlich. Bei der notwendigen Freischaltung der Anlage unter Berücksichtigung einer sicheren Stromversorgung des Ballungsraums Rhein-Main waren insgesamt acht Freileitungstrassen mit 13 Stromkreisen betroffen, so Glaser. Des Weiteren sind etwa neun Kilometer 220kV und rund 20 Kilometer 110 kV- Kabel verlegt worden, knapp 20 Kilometer alte Freileitungstrassen demontiert. Die Mitglieder mit dem Vorsitzenden des Ausschusses, Jürgen Zeller, zeigten sich während eines Rundganges durch das Werk von den großen Schaltanlagen und Transformatoren beeindruckt. Das Bedienen und Überwachen der Anlage macht eine Stationsleittechnik der modernsten Bauart möglich, erklärte Glaser den Besuchern. „Im Normalbetrieb wird die Anlage von den Netzleitstellen ferngesteuert und von fern überwacht“, so Glaser. (ng)