Bürgermeister Manfred Ockel spricht über die Corona-Situation in Kelsterbach

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Bürgermeister Manfred Ockel spricht über die Corona-Situation in Kelsterbach

Die stark steigenden Corona-Infektionszahlen sind nicht nur erschreckend, sie alarmieren auch Politiker in ganz Deutschland. Die vor drei Wochen von Bundeskanzlerin Angela Merkel proklamierten 19.000 Neuinfektionen pro Tag bis zum Jahresende sind schon jetzt fast erreicht. Hartmut Blaum und Anika Fabijanic von der Pressestelle der Stadt Kelsterbach sprachen mit Bürgermeister Manfred Ockel über die Lage in Kelsterbach.Herr Ockel:

Wie bewerten Sie die Infektionszahlen im Kreis Groß-Gerau?

Der Anstieg der Infektionszahlen in den zurückliegende vier Wochen im Kreis ist besorgniserregend. Wir haben den höchsten Inzidenzwert aller Kreise, nur die Stadt Frankfurt hat noch mehr Infektionen auf 100.000 Einwohner gerechnet. Die Infektionsherde sind eine Summation aus den verschiedensten Bereichen. Es sind Betriebe, Hausgemeinschaften, Urlaubsrückkehrer, Altenwohnheime und weitere Einrichtungen sowie Gemeinschaftsunterkünfte im ganzen Kreisgebiet betroffen.

Wer ist genau für welche Anordnungen und Maßnahmen verantwortlich?

Zuständig nach dem Infektionsschutzgesetz ist der Kreis Groß-Gerau und das dortige Gesundheitsamt. Die kreisangehörigen Kommunen können keine selbständigen Regelungen hierzu treffen. Die Kommunen können allerdings in ihren Einrichtungen weitergehende Einschränkungen eigenverantwortlich anordnen. Jede festgestellte infizierte Person wird vom Gesundheitsamt erfasst und es werden soweit möglich die Kontaktpersonen ermittelt, die in einem Zeitraum Kontakt hatten. Die Stadt ist wie die Polizei für Kontrollen der Einschränkungen zuständig. Ordnungswidrigkeiten werden allerdings vom Kreis oder der Polizei direkt verfolgt.

Wie ist die momentane Situation in Kelsterbach?

Die Infektionszahlen in Kelsterbach sind in den vergangenen zwei Wochen massiv gestiegen. Dies resultiert hauptsächlich aus einem Corona-Ausbruch im Alten- und Pflegeheim Haus Weingarten. Derzeit sind hiervon auch Bewohnerinnen und Bewohner sowie das angestellte Personal betroffen. Leider gab es auch inzwischen fünf Todesfälle wegen der Corona Infektion in Kelsterbach zu beklagen. Die Einrichtungsleitung hat bereits vorher präventiv voneinander getrennte Sektionen eingeteilt, in der auch festes Personal arbeitet. Deshalb musste das Haus nicht komplett für den Besucherverkehr gesperrt werden, weil nur eine Sektion von Corona Infektionen betroffen ist.

Besteht die Gefahr eines Lockdowns? Sind dann ähnliche Einschränkungen wie im Frühjahr zu erwarten?

Zunächst möchte ich der Bevölkerung und dem Gewerbe ein großes Lob aussprechen, die sich an die Hygiene- und Kontaktregeln halten. Allerdings hängt es von unserem Verhalten in den kommenden Wochen ab, ob weitere Einschränkungen angeordnet werden. Ich appelliere an die Selbstverantwortung jedes Einzelnen, denn es geht um Gesundheitsschutz und das Leben von Menschen. Ich glaube nicht, dass es solch einen Lockdown wie im Frühjahr geben wird. Es kann regionale Lockdowns geben - je nach Höhe der Infektionen - die für eine bestimmte Zeit in einer definierten Region starke Einschränkungen und auch Teilschließungen von Gewerbe bedeuten können.

Welche Maßnahmen kann die Stadt Kelsterbach treffen?

Zunächst gilt es, dass die beschlossenen Maßnahmen von Bund, Land und Kreis auch in Kelsterbach befolgt werden. Wir stehen in enger Koordination mit den Schulen und den Kitas. Wir verteilen seit Monaten Mund- und Nasenschutzmasken kostenfrei an Ärzte, Pflegeheime, DRK und weitere Einrichtungen. Wir haben nahezu alle öffentlichen Veranstaltungen abgesagt, um das Infektionsgeschehen nicht zu befördern. Wir haben mit Online-Angeboten mehr Service geschaffen, ohne in das Rathaus kommen zu müssen. Und wir haben auch personell das Bürgerbüro verstärkt.

Was darf publiziert werden und wie wird die Privatsphäre geschützt?

Der Datenschutz verbietet es, dass wir persönliche Angaben - auch als Kommune - von infizierten Personen bekommen. Deshalb können wir keine Daten weitergeben und auch keine regionale Verteilung von Corona-Infizierten im Stadtgebiet vornehmen. Ich bitte dringend die Privatsphäre der Personen auch bei Kenntnis von einer Corona-Infektion zu wahren.

Wie organisiert ist das Rathaus und welche Möglichkeiten gibt es, Dienstleistungen zu erledigen

Seit März haben wir - wie fast alle Rathäuser - den Besucherverkehr eingeschränkt. Das bedeutet, dass wir grundsätzlich über Terminvereinbarungen den Service erledigen oder Besprechungen koordinieren. Zusätzlich gibt es neue Online-Angebote, um den Weg zum Rathaus zu reduzieren.

Wie klappt die Koordinierung mit den verschiedenen Behörden?

Es gibt mehrmals pro Woche Telefonkonferenzen mit den Bürgermeistern des Kreises Groß-Gerau unter Federführung des Landrates und unter Beteiligung des Gesundheitsamtes. Dort werden alle Maßnahmen und mögliche Einschränkungen diskutiert und koordiniert.