Rückblick

Als in den Jahren 2004, beziehungsweise 2005 die Jubiläumsfeierlichkeiten aus Anlass des 25-jährigen Bestehens der Partnerschaft zwischen Baugé und Kelsterbach, zuerst in Kelsterbach, dann in Baugé gefeiert werden konnten, war der einhellige Tenor, dass es in all den Jahren zu keinerlei Ermüdungserschei-nungen gekommen ist.
Im Gegenteil, denn in den vielen Jahren, die diese Partnerschaft nun besteht, sind viele Freundschaften auf privater Ebene, zwischen verschiedenen Vereinen und deren Mitgliedern, aber auch auf offizieller Seite entstanden. Damit wurde ein wichtiges Ziel erreicht, nämlich die Völkerverständigung, die eine Grundlage für ein vereintes Europa darstellt.

Es ist in all den Jahren auch gelungen, die jeweiligen Generationswechsel, die auf allen Ebenen stattfanden, zu kompensieren und zum Teil mit neuen Leuten die aufgebauten Kontakte weiterzupflegen und auszubauen. Dabei hat sich die Philosophie der Kelsterbacher Stadtväter positiv ausgewirkt, nämlich, sich auf nur eine offizielle Partnerschaft zu beschränken.

Begonnen hatte alles in den 70er Jahren über eine freundschaftliche Verbindung zwischen der Volkshochschule des Kreises Groß-Gerau und der Volkshochschule Paris.
Die ersten Kontakte wurden durch die deutsche Delegation geknüpft, die seinerzeit im Schloss Gressilion in der Nähe von Baugé untergebracht war und der unter anderen der damalige Amtsrat der Stadt Kelsterbach, Heinrich Hoffmann, angehörte. So kam es, dass bei der Volkshochschulbegegnung im Jahre 1973 die ersten Kelsterbacher Vereine, und zwar der Handharmonika-Spielring und die Feuerreiter, einen Auftritt im historischen Theater in Baugé hatten.

Erst einige Zeit später, als eine französische Stadt für eine Schulpartnerschaft gesucht wurde, erinnerte man sich an diese Kontakte und so kam es, dass, nach entsprechenden Vorgesprächen, eine erste Kelsterbacher Delegation unter der Leitung von Stadtrat Bernhard Wiegand, Stadtrat Friedel Schmuck, Amtsrat Heinrich Hoffmann und dem pädagogischen Leiter der Integrierten Gesamtschule, Jürgen Meuth, nach Baugé reiste. Der damalige Direktor der Integrierten Gesamtschule, Manfred Hohl, sowie der Schulelternbeiratsvorsitzende Franz Treutel, waren maßgeblich am Zustandekommen der Schulpartnerschaft beteiligt, aus der sich dann später die Verschwisterung entwickelte.
Am 31. August 1979 war es dann soweit, als die damaligen Bürgermeister Friedrich Treutel und Adolphe Sirodeau in Kelsterbach die Partnerschaftsurkunde unterzeichneten. Ein Jahr später erfolgten die Feierlichkeiten in Baugé. Danach lag es an den Nachfolgern der Bürgermeister beider Städte, Pierre Salvetat und Guy Delepine, sowie auf Kelsterbacher Seite Erhard Engisch, die offiziellen Kontakte zu pflegen, die eine der Säulen der Verschwisterung darstellen. Gerard Chevalier auf der Seite Baugés und Bernhard Wiegand als Vertreter des Magistrats, standen dabei den Bürgermeistern als Vorsitzende der jeweiligen Verschwisterungskomitees zur Seite.

Die Aufgabe hat nun seit 1994 der jetzige Stadtverordnetenvorsteher und vormalige Stadtrat Kurt Linnert übernommen, dem, seitens der Verwaltung Oberamtsrat Karl-Heinz Wagner und im ehrenamtlichen Einsatz Helga Oehne in ihrer Dolmetscherfunktion zur Seite stehen. Auch hier sind in den vielen Jahren echte Freundschaften entstanden, die über den offiziellen Rahmen hinausgehen.
An dieser Stelle gilt es auch anderen Persönlichkeiten auf bei den Seiten zu gedenken und Dank zu sagen, die an den nunmehr über 25 Jahren Partnerschaft mitgewirkt haben und heute leider nicht mehr unter uns weilen.

Vor allem die Jugend ist aufgefordert, das Geschaffene weiterzuführen, die Kontakte zu pflegen und damit ebenfalls zur Völkerverständigung beizutragen.

Kelsterbach und Baugé: Eine gewachsene Freundschaft und Partnerschaft, die auf einem festen Fundament steht.   

    

(Karl-Heinz Wagner, Oberamtsrat)