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Fest verbandelt seit nunmehr 30 Jahren
19. - 21. Juni 2009

Seit 30 Jahren besteht nun die Städtepartnerschaft zwischen der französischen Stadt Baugé und Kelsterbach. Mit einer großen 210-köpfigen Delegation reisten die Franzosen nach Deutschland, um gemeinsam mit Freunden und Bekannten zu feiern und die Partnerschaft erneut zu bekräftigen. Wegen der großen Anzahl der Gäste und der Kelsterbacher, die die Franzosen bei sich beherbergten, war man zur Akademischen Feier vom Bürgerhaus ins Festzelt an der Gesamtschule ausgewichen. Nach einer langen Anreise wurden die Gäste mit einem Frühstück bewirtet, dann von den Gastfamilien in Empfang genommen. Ein Teil der Baugeois konnte freitags einen Ausflug mit dem Frankfurter Ebbelwoi-Express unternehmen, bevor abends dann der offizielle Akt der erneuten Rückverschwisterung bis in die Morgenstunden gefeiert wurde. Der Samstagmorgen stand im Zeichen der Kreiseleinweihung, der Nachmittag bis in die späte Nacht wurde beim Straßenfest ausgiebig gefeiert und die Jumelage durfte mehr als einmal hochleben. Am Sonntag konnten sich die Freunde aus beiden Ländern noch einmal auf der „Mörfelder-Festmeile“ unterhalten, bevor gegen Sonntagabend die Busse wieder in Richtung Frankreich starteten, natürlich ist die Gegeneinladung aus Frankreich längst ausgesprochen.
Akademische Feier
„Die Städtepartnerschaften sind heute schon ein Stück Normalität geworden“, sagte Kelsterbachs Verschwisterungspräsident Kurt Linnert. Aus einem Geist der gewollten Verständigung nach heftigen Kriegen heraus habe man auch in Kelsterbach und in Baugé den Kontakt gesucht und gefunden. Heute lebe man in einem Europa vielfach ohne sichtbare Grenzen und mit einer Währung, die Rahmenbedingungen Europas hätten sich gewaltig geändert. Deutschland und Frankreich aber seien quasi das Herzstück Europas, das betonten auch Bauges Verschwisterungspräsidentin Marie-Odile Bouletreau. „Frankreich und Deutschland geben in Europa den Rhythmus vor“, formulierte gar Maire (Bürgermeister) Philippe Chalopin. Zuvor hatte Bouletreau die Anfänge der Städtepartnerschaft zwischen Kelsterbach und Baugè aufgezeigt, und auch die Frauen und Männer sowie Vereine der ersten Stunde gewürdigt. Die jeweiligen Bürgermeister Adolphe Sirodeau und Fritz Treutel, Erhard Engisch und Guy Delepine sowie nun Manfred Ockel und Philipp Chalopin haben die Freundschaft zur Chefsache erklärt und damit für einen deutlichen Rückenwind gesorgt. Getragen wird der stete Austausch jedoch von zahlreichen Vereinen und auch Einzelpersonen, die sich auch abseits der größeren Zehnjahresfeiern besuchen. Das jedoch ist der eigentliche Zweck der rund 2200 kommunalen Partnerschaften, dass sich Menschen aus unterschiedlichen Nationen kennen- und schätzen lernen. Wichtiges Kernstück der Partnerschaft sind vor allem die Schüleraustausche, die stets Befürworter und Förderung finden. Chalopin regte an, auch für junge Erwachsene Praktikumsplätze in Firmen zu schaffen, auch damit könne man viel gegenseitiges Verständnis erreichen.
Ehrungen
Zahlreiche Ehrungen für altbewährte Kämpen der Partnerschaft wurden vorgenommen:
Die bronzene Ehrenplakette der Stadt Kelsterbach erhielten: Marie Cécile Effray, Chor Baugissimo, Jimmy Lefèvre, College Norte Dame, Patrice Lemoine, Gewerbetreibende, Marie-Odile Bouletreau, Verschwisterungskomitee, Daniel Soreau, Angler, Monique Equyer, Vereinsring.
Silber: Philippe Chalopin, Bürgermeister, Joseph Ergand, Erster Stadtrat, Jean-Louis Le Drogo, Stadtrat, Driss Mameri, Verschwisterungskomitee, Serge Reveau, Cadets du Baugeois, Philippe Pèan, Cadets, Berhard Billet, Schule Baugè, Philippe Richard, Feuerwehr.
Gold: Guy Delepine, früherer Bürgermeister und Jean-Claude Rabouin, Feuerwehr.
Folgende Vereine wurden bedacht mit einer Urkunde: Chorale Baugissimo, Cadets du Baugeois, Amical des Sapeurs-Pompiers, La Gaule Baugeois, Club O.B.Général, Collège Norte Dame.
Besondere Ehrung: Eine eigens angefertigte silberne Krawattennadel erhielt einer der französischen Pioniere und Stützen der langjährigen Partnerschaft, Gérard Chevalier. Selbstverständlich wurden gegenseitig Gastgeschenke ausgetauscht, hoch im Kurs stand dabei edles Porzellan aus beiden Ländern.
Rahmenprogramm
Natürlich darf ein angemessenes Rahmenprogramm bei einer solchen Festivität nicht fehlen. Den Anfang machte das Gesangsduo „Pro Secco“. Einen großen Part übernahmen die Cadets du Baugeois, vor einem trefflichen Buffet trat der Volkschor auf, der später gemeinsam mit dem Chorale de Baugissimo eindrucksvoll auf die Bühne ging. Zu vorgerückter Stunde begeisterten die beiden Künstlerinnen Hella Boysen und Ute Scheepers mit ihrem Abba-Mix, Franzosen und Deutsche hielt es nicht auf den Plätzen und es wurde spontan getanzt. Die Ehrung für verdiente Kelsterbacher wird im nächsten Jahr beim Gegenbesuch erfolgen. (hb)